Internationale Projekte – das sind die Angebote, in denen Kinder und Jugendliche in verschiedenen Kontexten Grenzen überschreiten. In der Begegnung oder der Projektarbeit mit Jugendlichen anderer Länder lernen sie sich und ihre Kulturen gegenseitig kennen. Internationale Projekte fördern die persönliche Begegnung und die fachliche Qualifizierung junger Menschen aus verschiedenen Ländern und verschiedenen Kulturkreisen. Hier lernen junge Menschen sich zu verständigen, zusammen zu arbeiten, zu studieren und zu lernen sowie globale Fragen zu diskutieren. Internationale Projekte können im Zusammenhang mit der beruflichen Ausbildung oder dem Studium stehen, Sprachaufenthalte und Auslandspraktika gehören dazu ebenso, wie thematisch orientierte Projekte und Jugendfreizeiten.
Internationale Projekte gehören einerseits zu den zentralen Arbeitsfeldern der Jugendhilfe in Deutschland und spielen andererseits auch im Kontext der beruflichen Aus- und Weiterbildung eine zunehmende Rolle. Sie umfassen die Bereiche Jugendarbeit im klassischen Sinne, außerschulische Jugendbildung und Jugendpolitik, Projekte im Kontext allgemeinbildender Schulen, berufliche Erstausbildung, berufsbegleitende Weiterbildung, Curricula an Hochschulen, Fachhochschulen oder Fachschulen und übergreifend Sprachbildung. Ein Großteil der verschiedenen fachlichen Inhalte und Arbeitsfelder werden unter dem Begriff des „lebenslangen Lernens“ zusammengefasst.
Durch die Vielfalt der öffentlichen und freien Träger, Vereine, Schulen, Berufsbildungseinrichtungen, Hochschulen, Unternehmen und Verbände wird garantiert, dass unterschiedliche Wertorientierungen unserer Gesellschaft zum Tragen kommen.
Internationale Projekte können in folgenden Bereichen angesiedelt sein:
- Sprach- und Studienreisen
- Mobilität im beruflichen Kontext
- Internationale Jugendbegegnungen
- Sport- und Freizeitprojekte
- Arbeit mit Fachkräften und Entscheidungsträgern
- Freiwilligendienste
- Langzeitprojekte
- Events
Sprach- und Studienreisen: Kinder und Jugendliche lernen Sprachen und fachliche Inhalte dort, wo ihr Ursprung liegt, Wissen wird vor Ort erworben, dort wo es am nächsten liegt. Solche Programme bestehen aus aktivem Lernen in Exkursionen, Diskussionsrunden und Besichtigungen. Erhöhte Motivation und Spaß sind garantiert.
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Mobilität im beruflichen Kontext: Jugendliche erleben hautnah andere Menschen, Kulturen und Sprachen im Zusammenhang mit beruflicher Qualifizierung, Weiterbildung oder dem Studium. Sie begegnen sich, tauschen sich aus, erwerben gemeinsam fachliche Kompetenzen, lernen zusammen in Projekten, absolvieren Praktika und Sprachkurse. Alle Teilnehmenden können die Gastgeber aber auch die Gäste sein. Ein pädagogisch begleitetes Programm schafft die Grundlage für eine positive Begegnung und maximale fachliche Outputs.
Internationale Jugendbegegnungen: Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Ländern begegnen sich in Deutschland und/oder im Ausland. Während der Begegnung werden ausgesuchte Themen bearbeitet. Solche Themen können sind im Allgemeinen in Bereichen wie Ökologie, Kultur, Politik, Demokratieentwicklung, und Partizipation angesiedelt. Ein sehr wichtiger Aspekt ist das interkulturelle Lernen im Kontext der Begegnung.
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Sport- und Freizeitprojekte: Von Fußball über Break Dance bis zur Trekkingtour - Jugendliche aus unterschiedlichen kulturellen Hintergründen sind gemeinsam in Sport, Spiel und Outdoor-Trips aktiv. Sie lernen neue Techniken voneinander und probieren unbekannte Sportarten aus. Der Spaß am gemeinsamen Erlebnis steht dabei über dem sportlichen Leistungskampf.
Arbeit mit Fachkräften und Entscheidungsträgern: Fachkräfte der Jugendarbeit oder der beruflichen Bildung tauschen sich über die Berufspraxis in den verschiedenen Ländern aus. Sie legen Grundsteine für transnationale Kooperationsnetzwerke und die Entwicklung neuer, gemeinsamer Arbeitsmodelle. Trainings und Weiterbildungen sind Schulungsangebote für Fachkräfte verschiedener Länder zu Themen der internationalen Projektarbeit.
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Freiwilligendienste: Junge Erwachsene arbeiten über einen längeren Zeitraum freiwillig in gemeinnützigen Projekten eines anderen Landes mit. In internationalen Workcamps errichten sie etwa einen Kinderspielplatz, im Rahmen eines Freiwilligendienstes arbeiten sie in sozialen, ökologischen oder kulturellen Einrichtungen mit, in Entwicklungshilfe-projekten unterstützen sie den Aufbau der Infrastruktur. Praxisnahe und arbeitsweltrelevante Erfahrungen stehen im Mittelpunkt.
Langzeitprojekte: Längerfristige Projekte - Angebote die über eine längere Dauer angelegt sind und positive Begegnungen Jugendlicher verschiedener Ländern ermöglichen z.B. die Einrichtung einer Medienwerkstatt für Jugendliche oder die regelmäßige Veranstaltung internationale Filmtage in Jugendzentren.
Es können auch Projekte sein, die sich mit innovativen Ansätzen in der Entwicklung grenzübergreifender Curricula in der Berufsbildung beschäftigen oder mit der Entwicklung neuer Berufsbilder in Europa.
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Events: Großveranstaltungen, Festivals - überregionale und übernationale Veranstaltungen als Treffpunkt für jede Menge junger Leute aus aller Welt. Auf dem Programm stehen je nach Thema der Veranstaltung Filme, Konzerte, Theaterstücke, Diskussionen und gemeinsame Feste. Großveranstaltungen lenken gewollt die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich und ihr Thema. Zahlreiche Aktivitäten in der Internationalen Projektarbeit finden in längerfristigen Projekten und Initiativen statt. Hier renovieren junge Erwachsene aus verschiedenen Ländern ohne Bezahlung beispielsweise wertvolle Baudenkmäler oder arbeiten gemeinsam an einer Internetplattform zum Thema Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus.
Für die internationale Projekte gelten im nonformalen Bereich die allgemeinen Ziele der Jugendarbeit: die Angebote sollen an den Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen mitgestaltet werden, sie zur Selbstbestimmung befähigen und zur gesellschaftlichen Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen und hinführen (vgl. §11 Kinder- und Jugendhilfegesetz). Konzepte und methodisches Handeln in der Jugendarbeit haben zum einen übergeordnete Ziele im Blick (gute Lebensbedingungen für das Aufwachsen herstellen, Ungleichheit abbauen, Demokratie und Menschenrechte achten, Partizipation ermöglichen etc.). Zum anderen sollen diese Ziele mit geeigneten Aktivitäten unter Einbeziehung der Jugendlichen im gut erreichbaren sozialen Nah-Raum umgesetzt werden. Für Projekte im formalen Lernbereich (allgemeine Schulbildung, Berufsbildung, Hochschulbildung) sind europäische Projekte mittlerweile fester Bestandteil der Ausbildung/der Studiengänge, Auslandspraktika werden gegenseitig anerkannt und die Teilnahme an Projekten zertifiziert.
Internationale Projekte können einerseits in Thüringen/Deutschland stattfinden aber auch in den Partnerländern.
Der Prozess des interkulturellen Lernens kann somit innerhalb des eigenen Kulturkreises gesteuert werden sowie in „fremden“ kulturellen Hintergründen. Pädagogische Leitkonzepte zur Steuerung der Lernprozesse im Vorfeld, während der Projektarbeit und in der Nachbereitung sind fester Bestandteil aller Projekte.











